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Der beste Platz der Welt
Das Zuhause ist für ein Kind der beste Platz der Welt. Nicht jedes Kind hat ein Zuhause.
Die Schule ist ein guter Platz für ein Kind. Nicht jedes Kind kann zur Schule gehen. Der Spielplatz ist ein guter Ort.
Auf den Plätzen in vielen brasilianischen Städten finden keine Kinderspiele mehr statt. Und die Straße? Da kommt und geht man – da spielt man schon lange nicht mehr.
In Sete Lagoas – in den Favelas, an einer Stelle, wo sonst kein Raum zum Spielen ist, gibt es einen Ort mit offener Tür! Das ist ein guter Ort – sagen die Kinder und Jugendlichen. Hier können wir sprechen und hören.
Hier können wir Fragen stellen. Hier werden wir angeregt, Antworten in unserem Innern zu finden. Hier können wir teilnehmen. Hier können wir unsere Ideen einbringen. Hier können wir still sein, hören und nehmen.
Ein Ort, wo man lernen, beten, singen und tanzen kann – wo man die Lust zum Spielen wiederentdecken kann. Jedes Mal, wenn wir an diesem Ort sind, lernen wir etwas und geben das Entdeckte weiter.
Dies ist unser Ort – was ist das für ein Ort? Wie gut, dass so viele Leute im fernen Deutschland diesen Ort auch lieben.
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Die Einrichtung:
Die Tagesstätte für Kinder, Jugendliche und ihre Familien "Serviços de Promoção ao Menor e à Família", kurz SERPAF, wurde 1963 von der
Brasilianerin Senhora Helena Branco in der Stadt Sete Lagoas im Bundesstaat Minas Gerais in Brasilien gegründet.
Das Ziel war, die Kinder aus den Armutsvierteln, den Favelas, aufzufangen und vor einem Leben als Straßenkinder zu bewahren.
- Drogen
- Kinderarbeit
- Kinderkriminalität
- Prostitution
Diese Schlagworte kennzeichnen die Lebenssituation der Kinder und Jugendlichen, die in diesem Milieu aufwachsen müssen
Den Schwerpunkt der
Arbeit bildet die Sozialarbeit mit den Kindern und Jugendlichen und deren Familien im Umfeld von Sete Lagoas, wobei der Vermittlung von ethischen und christlichen Werten ein hoher Stellenwert zukommt. Die Förderung und
Unterstützung der Menschen in ihrer Entwicklung zu selbstbewussten und eigenständig denkenden und handelnden Staatsbürgern ist ein übergeordnetes Ziel der Arbeit.
Die Einrichtung liegt in Sete Lagoas im Bundesstaat
Minas Gerais in der Nähe der großen Überlandstraße, die die 1960 neu gegründete Hauptstadt Brasilia mit Belo Horizonte und Rio de Janeiro an der Küste verbindet.
Zur Situation:
Sete Lagoas liegt 60 km in Richtung Brasilia entfernt von dem großen Industrie- und Handelszentrum Belo Horizonte, einem
Anziehungspunkt für viele Menschen auf der Suche nach Arbeit. Meist sind es Landarbeiter, die durch eine fortschreitende
Technisierung der Landwirtschaft arbeitslos geworden sind. Ohne Schul- und Berufsausbildung finden sie keine Arbeit in den
Fabriken, wo Facharbeiter benötigt werden. Schließlich bleibt diesen Menschen ohne Arbeit und ohne festen Verdienst nur
das Leben in den "Favelas", den Armutsvierteln am Rande der Städte, ohne Infrastruktur und oft ohne Trinkwasserversorgung.
Das Leben findet in einfachen Hütten statt. Hinzu kommt die schlechte Ernährungslage, aus der sich häufig Krankheiten
ergeben. Viele Familienväter wandern in die großen Städte ab, um dort nach Arbeit zu suchen. Frauen haben hingegen sehr
geringe Chancen auf dem Arbeitsmarkt und bleiben so mit den Kindern zurück, die schon ganz früh zum Lebensunterhalt
beitragen müssen. Es bleibt keine Zeit für eine abgeschlossene Schulausbildung. Sie sind gezwungen zu betteln, zu stehlen oder sich zu prostituieren.
Fakten:
Sete Lagoas hat ca. 185.000 Einwohner ca. 38 % der Bevölkerung sind Kinder und Jugendliche - davon besuchen nur zwei Drittel eine Schule
15 % der Mütter verfügen über eine Grundschulausbildung von bis zu maximal vier Jahren von den knapp 55.000 Haushalten hatten im Jahr 2003 - mehr als 8.600 Haushalte keinen Zugang zu fließendem Wasser und
- über 11.700 Haushalte keinen Anschluss an das Abwassersystem die an der Peripherie gelegenen Gemeinden weisen die höchsten Armutsindikatoren auf.
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