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Uns war zwar zu Beginn der Transaktion bewusst gewesen, dass viele Schwierigkeiten zu überwinden sein würden. Wir hatten uns aber gut vorbereitet und hatten Kontakt zu Menschen, die ähnliches schon einmal bewerkstelligt hatten. Für uns stand fest – wir würden die Maschinen nicht auf den Weg bringen, bevor wir nicht sicher sein würden, dass der zollfreien Auslieferung der Gegenstände aus dem Zolllager in Rio de Janeiro nichts mehr im Wege stehen würde. Die Transaktion musste in Deutschland, aber vielmehr noch in Brasilien gut vorbereitet werden. Hier war erst einmal wichtig, dass wir jemanden fanden, der die Kosten für den Transport übernimmt. Da es sich bei um eine gemeinnützige Angelegenheit handelte, die zudem in Brasilien Hilfe zur Selbsthilfe geben sollte, hatten wir die Gelegenheit, bei der Gesellschaft für technische Zusammenarbeit eine Kostenübernahme für den Transport zu beantragen. Das ist eine Abteilung des Ministeriums für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklungshilfe. Diese wurde uns Gott sei Dank bewilligt, beinhaltete aber ausschließlich die Beförderungskosten. Ein halbes Jahr dauerte die Beschaffung aller Genehmigungen zur Ausfuhr und die Zusage der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit für einen Transportkostenzuschuss. Wir hofften, schon ganz bald dort die ersten Brötchen und Brote für die Versorgung der Tagesstätte backen zu können. Wir befanden uns auf Wolke 7, von der wir aber bald auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt wurden. Denn jetzt begann der Weg durch den Dschungel der brasilianischen Behörden. Trotz familiärer Kontakte zum zuständigen Ministerium dauerte es Monate, bis das Sozialministerium den Betrieb einer importierten, gebrauchten Backstube der Einrichtung SERPAF genehmigt hatte. Mit diesem Papier in Händen hieß es nun über einen Zollsachverständigen die Einfuhr und die Zollbefreiung zu beantragen. Ich weiß nicht mehr, wie oft ich die Listen der Einrichtungsgegenstände neu geschrieben habe. Alles musste genauestes angegeben werden, Material, welches
Metall, welches Holz, welche Farbe, Gewicht, genaue Abmessungen, Neuwert - Zeitwert, Herstellungsdatum – allein das Zusammentragen dieser Daten machte unglaubliche Mühe. Und dann musste alles noch ins Portugiesische
übersetzt werden. Aber genau hier machten wir eine unserer unglaublich positiven Erfahrungen. Fast 3 Jahre lang wurden die Geräte, die einen 40 Fuß großen Container füllen
sollten, kostenlos beherbergt. Und nicht nur das.
Als es schließlich darum ging, die Geräte zum Spediteur zu transportieren, übernahm die Bäko die Transportkosten und verstaute sachgemäß die blitzsauberen, durchgecheckten Maschinen in einem LKW.
Vor Jahresende 2004 schienen alle Hürden genommen, und so hatten wir schon die Passage für den Container unter Dach und Fach. Jeden Abend vor dem Schlafengehen noch ein letzter Blick in die E-mails – durch die Zeitverschiebung lief die Korrespondenz eigentlich immer in den Abendstunden, wenn auch dort die Kinder die Tagesstätte verlassen hatten – Nichts, nichts, nichts. Aber immer wieder Sätze, wie “wir rechnen bis zum Ende der Woche mit der Freistellung”. Schließlich waren sämtliche Bewilligungen wieder abgelaufen und alles musste noch mal neu beantragt werden. Auch die Behörden in Deutschland arbeiten pingelig. Wir alarmierten die Auslandshandelskammer, nahmen Kontakt auf zum zuständigen deutschen Honorarkonsul in Belo Horizonte, der Landeshauptstadt von Minas Gerais. Alles blieb ohne Wirkung. Der Amtsschimmel ließ sich durch nichts beschleunigen. Schließlich, im Juli 2005, kommt die erlösende Zollbefreiung, aber nur auf 90 Tage befristet – das müsste zu schaffen sein. Wir freuen uns. Also hat sich das Warten doch noch gelohnt. Die Zollbefreiung war zwar da – aber jetzt fehlten für die Einfuhrlizenz immer noch Angaben. Der von SERPAF in Brasilien eingesetzte Zollsachverständige erteilte Grünes Licht erst am 5. September. Von da an ging alles sehr schnell, die 90-Tage-Frist musste ja eingehalten werden. Am 4.Oktober erreicht die Backstube Rio de Janeiro.
Das hatten wir uns so schön vorgestellt! Aber es gab wieder neue Probleme ! Nun war es eine angebliche Gewichtsdifferenz von 25 kg bei einem Gesamtgewicht von 2.900 kg, die das Auszollen verzögerte. Immer neue Papiere mussten beigebracht werden. Mir war neu, dass sich Brasilianer z. B. dadurch ausweisen, dass sie die Telefonrechnungen der letzten 3 Monate vorlegen, da es keine allgemeine Meldepflicht gibt. Vor Ort versuchte unser Mitarbeiter zu tun, was möglich war. Aber er musste schließlich die Weiterreise antreten, ohne dass er etwas bewirken konnte. November, Dezember und Januar verstrichen. Es gab immer wieder neue Hiobsbotschaften. Schließlich – am 21. Februar konnten die Mitglieder des Oekumenischen Arbeitskreises die Korken knallen lassen.
Der Jubel war auf beiden Seiten riesengroß. Wir alle hatten inzwischen fast daran gezweifelt, noch unser Ziel zu erreichen. Ich will jetzt nicht die Bibel zitieren. Aber dort gibt es bei Jesaja ein Wort, dass ich mir auf den Kalender geschrieben habe. Unter der Überschrift “Gott gibt Kraft zum Durchhalten” heißt es: “ Aber alle, die auf den Herrn vertrauen,
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